



Der Rucksack bleibt zurück
Mit dem kleinsten Passagierflugzeug, das ich je gesehen habe, flog ich gestern von Johannesburg über die Drakensberge in den Südosten nach Umtata. Es passten genau 30 Passagiere und eine Stewardess in den Flieger. Und leider nicht alles an Gepäck. Ja, richtig, ich war eine derer, die Pech hatten... Mein Backpacker ist immer noch in Johannesburg.
In Umtata, am kleinste Flughafen, den ich je gesehen habe, wurde ich dann von einem Fahrer der Bulungula Lodge, die für die nächsten vier Tage mein Zuhause sein wird, abgeholt. Es ging dann über 100 Kilometer im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein, die Straßen, über die er düste, wären in Deutschland noch nicht einmal als Feldweg durchgegangen.
Ich kam zwar etwas verschüttelt, aber gut an der Lodge an, die aus mehreren Rundhütten besteht. In der Dunkelheit gestern Abend konnte ich noch nichts von dem sehen, was mich heute Morgen beim Blick aus dem Fenster erwartet hat. Meer, Sandstrand, Berge, Palmen, Esel, Ziegen und vieles mehr. Das ist die Wild Coast, wohl einer der schönsten und noch unberührteren Flecken Südafrikas. Dazu passt auch die etwas andere Lodge, die Bulungula-Lodge. Als Faire-Tourism-Lodge werden die Bewohner des Dorfes (sie gehören dem Stamm der Xhoasa an) am Gewinn beteiligt und führen die Lodge fast komplett in Eigenregie.
Daher gibt es traditionelle Kost (bei der ich gestern Abend nicht wusste, was es ist, aber ich habe es trotzdem brav gegessen) und man darf am Alltag der Xhosa so viel teil haben, wie man will. Da gibt es zum Beispiel die "Women-Power-Tour", bei der man die Frauen durch den Tag begleitet. Das kann dann Holz suchen oder Wäsche im Fluss waschen beinhalten, was eben für die Frauen an diesem Tag auf dem Programm steht. Aber davon werde ich dann hautnah berichten, wenn ich mitgemacht habe!
Sabine Bauknecht